Die Kunst des Einkochens

Als Napoleon Bonaparte zu Beginn des 19. Jahrhunderts seine Truppen in den Krieg schickte, war die dauerhafte Versorgung der Männer, wenn sie monatelang oder über noch längere Zeiträume unterwegs waren, keine einfache Aufgabe. Aus diesem Grund stellte Napoleon einen Preis von 12 000 Goldfranken für denjenigen bereit, der eine Erfindung lieferte, wie man Lebensmittel konservieren könnte. Nicolas Appert, ein französischer Koch, gewann den Preis im Jahr 1810, denn er hatte zuvor herausgefunden, dass Lebensmittel in geschlossenen Behältern haltbar bleiben, wenn man sie zuvor auf 100 Grad Celsius erhitzt hat. Geboren war das Prinzip des Einkochens. Die ersten Versuche diesbezüglich machte zwar um 1700 bereits ein Mann namens Denis Papin, der Experimente zur Konservierung von Gelees und Kochfleisch durchführte, doch über ein paar Laborversuche gingen seine Bemühungen nicht hinaus, so dass es Appert ist, mit dem man heute die Geburtsstunde des Einkochens verbindet.

Einkochautomaten mit Ablaufhahn

Das Einkochen passiert als eine physikalische Methode, Lebensmittel durch Erhitzen und Luftabschluss zu konservieren, zum Beispiel mit Hilfe eines Einkochautomaten. Hierbei handelt es sich um einen großen Topf, der ein bisschen wie ein überdimensionaler Wasserkocher aussieht, in den die entsprechenden Früchte oder Lebensmittel gefüllt und anschließend eingekocht werden. Ebenfalls im Automat enthalten sind schon die Einweckgläser, in die das Eingekochte schließlich abgefüllt werden soll. Wer es besonders praktisch haben möchte, wählt einen Einkochautomaten mit Ablaufhahn. Dieser dient dazu, das Einweckwasser abzulassen. Wenn eine integrierte Entsafter-Funktion vorhanden ist, dann wird der gewonnene Saft über den Ablaufhahn abgefüllt, während drinnen das Einkochen stattfindet.  Der Ablaufhahn ist an der unteren Außenwand des Automaten angebracht und ist ebenso wie bei einer Zapfanlage zu bedienen.

Einkochen kommt wieder in Mode

Sicherlich kann es sich so manch einer in der heutigen Zeit gar nicht mehr vorstellen, dass unsere Vorfahren vor noch gar nicht allzu vielen Jahren darauf angewiesen waren, ihre geernteten Früchte und Gemüsesorten anders haltbar zu machen, als wir es heute tun. Es gab noch keine Kühlschränke, keine Fertiggerichte aus dem Supermarkt und kein Obst in den Regalen, das aussah, als wäre es selbst in einem perfekten Automaten hergestellt worden. Die Menschen ernteten das, was sie auf dem Feld oder im Garten zur Verfügung hatten und sorgten dafür, dass durch das Einkochen diese Lebensmittel auch über den Winter bis in den nächsten Sommer hinein haltbar blieben. Damals gab es zwar noch keine modernen Einkochautomaten mit Ablaufhahn, doch das Konservieren gelang den Menschen trotzdem.

Man möchte meinen, dass die Kunst des Einkochens heute völlig in Vergessenheit geraten ist, doch diese Annahme ist falsch. Tatsächlich ist das Einkochen erneut in Mode gekommen, denn gerade die jüngere Generation geht wieder mehr auf das Thema Ernährung und vor allem gesunde Ernährung ein. Fertiggerichte finden zwar noch immer einen regen Absatz, doch überall boomen die Biomärkte und junge Menschen bauen immer öfter auch ihre eigenen Früchte und Gemüsesorten an, die sie daraufhin zu Marmelade, Mus oder Kompott verarbeiten. Heute haben sie es dabei natürlich sehr viel einfacher als ihre Vorfahren, denn die Einkochautomaten und Dampfentsafter, die man in der heutigen Zeit in den Geschäften kaufen kann, erledigen die Arbeit fast komplett selber. Bei einem Dampfentsafter werden die Früchte, die im oberen Teil des Entsafters in einem Korb lagern, durch im Untertopf kochendes Wasser mit dessen Dampf aufgelöst. Der daraus entstehende Saft läuft in einen Auffangbehälter und die festen Bestandteile der Frucht, die übrigbleiben, können anschließend entsorgt werden. Diese Variante funktioniert zwar nicht direkt nach dem Einkochprinzip, doch auch hier lassen sich die gewonnenen Fruchtsäfte hervorragend zur Herstellung von Gelees und ähnlichen Speisen verwenden. Der Ablaufhahn wird hier durch eine Art Ablaufschlauch ersetzt, der dafür sorgt, dass der gewonnene Saft abgeführt und benutzt werden kann.